





Die Sanierung des großen Schwimmbeckens im Höhenfreibad rückt näher. Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat das Projekt der Gemeinde Heiligenberg für eine Förderung aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ ausgewählt.
Das große geflieste Schwimmbecken des Höhenfreibades ist inzwischen an die 50 Jahre alt. Die Fliesenauskleidung muss nach jedem Winter zeit- und kostenintensiv repariert werden. Zudem kam es durch undichte Bereiche am Beckenüberlauf während der Freibadsaison zu erheblichen Wasserverlusten. Diese konnten zwar vorübergehend durch pragmatische Maßnahmen reduziert werden, eine dauerhafte Sanierung ist jedoch unumgänglich.
Die Sanierung ist erforderlich, da die bestehende Beckenkonstruktion über viele Jahre hinweg betriebsbedingten Belastungen durch Wasser, Wasseraufbereitungsmittel und Temperaturschwankungen ausgesetzt war. Diese dauerhaften Einwirkungen können zu altersbedingten Veränderungen an Beton, Fugenmörtel und Fliesenkleber führen. Zudem können Chloridionen langfristig in den Beton eindringen und Korrosionsprozesse an der Bewehrung begünstigen. Die damit verbundene Volumenzunahme durch Rost kann Risse, Hohlstellen und Abplatzungen verursachen. Die festgestellten Schäden sind daher als Folge der langjährigen Nutzung und der materialtypischen Alterungsprozesse zu bewerten.
Häufig versagen zunächst die Fugen, der Fliesenkleber oder der Untergrund, während die Fliesenoberflächen äußerlich noch weitgehend intakt erscheinen. Durch undichte Fugen oder vorhandene Risse kann jedoch Wasser hinter beziehungsweise in die Fliesen gelangen. In Verbindung mit Temperaturwechseln, Frost, Materialspannungen oder Bewegungen des Untergrunds kann dies zu einer lagenweisen, schieferartigen Aufspaltung der Fliesen führen. Auch Hohlstellen oder Spannungen zwischen Fliesenbelag und Beckenkonstruktion können Abplatzungen und Brüche begünstigen.
Um wiederkehrende Schäden und hohe Instandhaltungskosten langfristig zu vermeiden, soll im Zuge der Sanierung auf ein Edelstahlbecken umgestellt werden. Dieses bietet insbesondere folgende Vorteile:
Die Investition dient somit nicht nur der Beseitigung der vorhandenen Schäden, sondern stellt eine nachhaltige und zukunftssichere Lösung für den dauerhaften Betrieb des Schwimmbeckens dar. Voraussetzung für eine lange Nutzungsdauer bleibt jedoch auch bei einem Edelstahlbecken eine fachgerechte Wasseraufbereitung sowie die regelmäßige Kontrolle und Dokumentation der Wasserwerte.
Bereits seit längerer Zeit verfolgt die Gemeinde deshalb das Ziel, das bestehende Becken durch ein langlebiges Edelstahlbecken zu ersetzen und zugleich die dazugehörige Technik zu erneuern. Vorgesehen ist ein dem bisherigen entsprechendes rund 30 Meter langes und 14 Meter breites Becken mit einer Wasserfläche von etwa 383 Quadratmetern. Neben einer neuen Überlaufrinne und einem modernen Wasserverteilungssystem sind unter anderem neue Rohranschlüsse, ein neuer Sandfilter, Sprungtürme, eine Treppe sowie Schwimm- und Trennleinen geplant. Eine Abdeckplane soll künftig dazu beitragen, die Wärme des Wassers über Nacht besser zu erhalten.
Die Gesamtkosten werden derzeit auf rund 1,4 Millionen Euro geschätzt. Daher beschloss der Gemeinderat, am Interessenbekundungsverfahren des Bundesprogramms teilzunehmen und die erforderlichen kommunalen Eigenmittel im Falle einer Bewilligung über den Gemeindehaushalt zu finanzieren.
In der ersten Förderrunde des Projektaufrufs 2025 kam das Vorhaben zunächst nicht zum Zuge. Die Gemeinde ließ sich davon jedoch nicht entmutigen und überführte die Projektskizze „Sanierung des Höhenfreibads Heiligenberg – Schwimmbecken mit Technik“ am 5. Dezember 2025 in die Förderrunde für Schwimmbäder. Grundlage der späteren Auswahl war die Interessenbekundung der Gemeinde vom 20. März 2026.
Am 23. September 2026 folgte schließlich die erfreuliche Nachricht, dass der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages das Heiligenberger Projekt für eine Förderung in Höhe von 643.500 Euro auswählte. Der vorgesehene Förderzeitraum erstreckt sich grundsätzlich von 2026 bis 2031, wobei mit den ersten Bauarbeiten vermutlich erst im Winter 2028 bis 2029 zu rechnen ist.
Für Heiligenberg ist diese Entscheidung ein großer Erfolg und ein wichtiger Schritt zur langfristigen Sicherung des beliebten Höhenfreibades. Besonders Kinder, Familien, Vereine sowie alle Badegäste aus Heiligenberg und der Region werden von der geplanten Modernisierung profitieren.
Die Gemeinde bedankt sich bei allen, die das Vorhaben unterstützt und auf den Weg gebracht haben, ganz besonders beim Gemeinderat der Gemeinde Heiligenberg, beim Freibadteam und beim Bund für die Berücksichtigung des Projekts sowie beim Bundestagsabgeordneten Volker Mayer-Lay aus dem Wahlkreis Bodensee für seine Unterstützung. Nun können die weiteren Planungs- und Antragsschritte angegangen werden.